Donnerstag, 17. Mai 2012

Panik in Deutschland

Hallo liebe Menschen,

alle nicht fussballinteressierten können jetzt aufhören zu lesen, für Euch geht es nächste Woche regulär weiter, aber alle meine Gedanken kreisen noch um dieses Spiel am Dienstag, daher gibts auch heute keine 10 Punkte sondern nur mein Statement zu den Geschehnissen.

Was macht man nicht alles mit als Fortune, 1995 der letzte Aufstieg in Chemnitz mit 2:0 bei dem ich vor Ort war, aber meine Erinnerung an diesen Tag ist eher schwammig aus verschiedenen Gründen. 1997 war dann alles erstmal vorbei mit der höchsten deutschen Spielklasse bis wir uns 2002 in der Oberliga wiedergefunden haben. Spiele hinter Bauzäunen, parken auf Ascheplätzen und gegen Mannschaften deren Dorf kleiner war als der Kaufhof in der City.

Das einzige was den mausetoten Verein am Leben gehalten hat war der harte Kern der Fans die unermüdlich zu jedem Spiel gefahren sind und den Verein trotz grausamen Fussball nach vorne gepeitscht haben. Vor allem in der Aufstiegssaison zur Regionlliga war jedes Auswärts- auch ein Heimspiel und wir haben uns irgendwie nach oben gemogelt.

Ohne Joachim Erwin (den ich politisch nie leiden konnte) wäre Fortuna wohl heute auch nicht das was es ist, weil dieser Mann sowohl dafür gesorgt hat, daß die heutige Arena gebaut wird, als auch den bankrotten Verein gerettet hat und uns zum Glück nicht das gleiche passiert ist wie den Essern. Viele hatten damals Fortuna schon abgeschrieben, dieselben Leute die sich heute gerne im Erfolg sonnen, aber so läuft das wohl. Bist Du erfolgreich hast Du viele Freunde, bist Du es nicht bleiben nur noch die Fans und die haben den Verein nie im Stich gelassen.

Lange Rede, riesen Sinn. Was am Dienstag passiert ist, erlebt man in einem deutschen Fussballstadion wohl eher selten. Mehrere Unterbrechungen und ein verfrühter Platzsturm, der uns die Freude über den Aufstieg etwas trüben mag.

Die Medien zeigen hier Ihre besonders hässliche Fratze und nehmen das Spiel als Aufhänger für die Gewaltdiskussion und setzen dem ganzen die Krone auf. Was da geschrieben wird, schlägt dem Fass jeden Boden aus und ich will mich daran gar nicht beteiligen.
Bleibt bitte alle mal auf dem Teppich! Ich weiß Ihr verdient Euer Geld damit, aber früher mußte man sich als Journalist noch Mühe geben, heute muß man nur die Springerpresse abschreiben in blumenreicher Sprache.

Die Berliner Spieler sind zurecht entäuscht über Ihre eigene Leistung die eines Absteigers absolut würdig ist. Wer allerdings vorgibt Todesangst gehabt zu haben und von einem Blutbad spricht, der geht normalerweise nach Spielende leichenblass und schockiert in die Kabine. Da ich das Glück hatte einige "Backstage"-Bilder zu sehen wisst Ihr wie ich, das dem nicht so war. Nach Berichten zufolge seid Ihr ja noch mit einem Sturmtrupp auf den Schiri losgegangen und habt Ihn wüsst beschimpft und geschlagen?? Sowas geht leider gar nicht.
Angst hattet Ihr sicher da Eure Fans gefühlt 100 Bengalen und Leuchtmunition aufs Feld geschossen und geworfen haben und wir alleine deshalb so viel Nachspielzeit hatten und manche von Euch davon fast getroffen wurden.

Darüber wird natürlich bei vielen nicht geredet. Wir warten hier 1,5 Jahrzehnte auf unseren Traum wieder Bundesliga zu spielen und Ihr wollt uns diesen Traum noch nehmen und trüben. Sportlich haben wir die Berliner besiegt, jetzt müssen wir es noch gerichtlich schaffen.
Ihr habt kein Wiederholungsspiel verdient und das wisst Ihr auch, aber da Ihr pleite seid, müßt Ihr natürlich Protest einlegen.


Um den Westen mal zu zitieren von 1tem Fortuna Song (danke Adi!):
"Fortuna steigt auf uns es gibt Panik in Deutschland, in den Herzen dieser Fans brennt bengalisches Feuer..."

Findet Euch damit ab, wir sind wieder da!

95Ole


Kommentare:

  1. Du sprichst mir aus der Seele Jesen, danke danke danke.. und das Video was du als Anhang mit gegeben hast ist einfach nur gut, weil wir werden verhasst sein, egal in welcher Liga (für unbestimmte Zeit) aber wie Pflegen wir zu Singen "Wir sind Düsseldorf, super Düsseldorf, keiner mag uns Scheiß egal"

    AntwortenLöschen
  2. Absolut Junes, daß sind wir aber auch sehr gerne!

    AntwortenLöschen